Wie lange?
Gelys heile Welt
Nizagam Ausgabe Juli Nr. 46
Wie bin ich nur hier hineingeraten ? Hat man mich geschubst ? -nein !
Ich war ganz alleine Stück für Stück in den Fluss gegangen, in dem sowieso schon die meisten Menschen, die ich kenne mit schwammen. Nach vielen Umwegen war mir klar geworden: Ich muss das tun
um weiter zu kommen.
Also fing ich an, mich jeden Tag ein Stückchen weiter in den Fluss zu wagen, sodass ich schließlich bis zum Halse drinsteckte.
Mitschwimmen ist jetzt angesagt
Wow, hier ist ganz schön was los. Da muss man sich schon seinen Platz hart erkämpfen. Viele versuchen ständig in die Mitte de Stroms zu gelangen, damit sie es später
einmal leichter haben. Denn wer es in die starke Mitte der Menschenmasse schafft, braucht sich nur noch treiben zu lassen. Manche haben Bäuche wie Ballons und lassen sich davon tragen, andere kommen
schnell voran, indem sie sich an ihren Mitstreitern festhalten.
Es sieht so aus, als hätten diese „ Auserwählten“ es eilig, bis zur Urlaubszeit das Meer zu erreichen.
Schade um Diejenigen, die nicht so gut schwimmen, es aber so gerne wollen. Jene werden unterdrückt oder gar zur Seite geschoben. Immer wieder müssen sie nach Luft
schnappen und treiben zurück. Obwohl sie sich abrackern, bleibt ihnen die goldene Mitte unerreichbar.
Noch schlimmer ergeht es den Verlassenen, die nie das Schwimmen erlernt haben: sie gehen unter.
Die Jugendlichen, die ihren Spaß haben wollen, sich ausgelassen mit Wasser bespritzen, werden immer wieder ermahnt, geradeaus zu schwimmen und die Anderen nicht zu
stören.
Ich selbst würde gerne wieder zurück, aber das ist fast unmöglich. Der
Strom ist zu stark.
Also schwimme ich mit---Ein Stückchen.?! In die Mitte werde ich es wohl nie schaffen, aber das ist gut so.
Ich bleibe aufmerksam am Rand links außen. So habe ich jederzeit die Möglichkeit das Ufer zu erreichen.
Doch was würde mich dort erwarten??? Am Rande der Gesellschaft ??? Wäre ich allein???
oder kommt jemand mit???
NIZAGAM Ausgabe August Nr. 47
Nun schwimme ich schon einige Zeit mit im Gesellschaftsfluss.
Es gibt hier viel zu entdecken.
Vor Jahren sah man viele Frauen, die im Schlepptau ihrer Ehegatten voran kamen.
Heute jedoch müssen immer mehr Frauen selbst schwimmen, wobei ihnen ihre Männer meist um Längen voraus sind.
Deren Kinder müssen daher leider die meiste Zeit auf ihre Eltern verzichten.
Aber für unsere kleinen „Nichtschwimmer“ gibt’s auf der rechten Seite des Stroms kleine „rettende Boote“ mit ausgebildeten Sozialpädagogen, Kinderpflegern etc., die ihnen beibringen sollen, wie man es schafft nicht unter zu gehen.
Ob das auf Dauer gut geht?
Warum können Frauen keine Mütter mehr sein?
Warum schaffen es Männer nicht mehr ihre Familie durch den Fluss zu leiten?
Wie will man verhindern, dass unsere kleinen Paddler hauptsächlich von „Fremden“ gezogen, erzogen oder verzogen werden?
Ach !!! Wir haben ja alle zusammen alle 4 Jahre ein Date, bei dem wir wählen dürfen, wer das Sagen hat. Iss dass toll???
Überlegt genau, wo ihr beim nächsten Mal euer Kreuzchen macht.
Nach den Wahlergebnissen merke ich immer wieder, dass ich zur Minderheit gehöre.
Gelys heile Welt


